Asien | 22.04.2011 Kambodscha und Thailand kämpfen erneut
Asien | 22.04.2011 Kambodscha und Thailand kämpfen erneut
Nachbarn, die zu Feinden werden: ein verletzter ThailänderDer Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kamdbodscha ist wieder eskaliert. Mindestens zwei Soldaten wurden getötet, mehrere verletzt. Zankapfel ist erneut ein Tempel, den beide Seiten für sich beanspruchen.
"Überall, wo Truppen so nah beieinander stationiert sind, ist die Gefahr von Zusammenstößen groß", sagte Thailands Regierungschef Abhisit Vejjajiva am Freitag (22.04.2011). Beide Seiten werfen sich vor, die Kämpfe provoziert zu haben.
Bei den Kämpfen an der kambodschanisch-thailändischen Grenze seien zwei thailändische Soldaten getötet und mindestens sieben verletzt worden, bestätigte die Regierung in Thailand. Auch auf kambodschanischer Seite soll es Tote gegeben haben, hieß es aus dem dortigen Verteidigungsministerium. Zunächst war jedoch unklar wie viele.
Laut Behörden wird derzeit untersucht, wer angefangen hat. Auch über einen Waffenstillstand wird verhandelt. Die etwa 5000 Einwohner des Kampfgebietes auf thailändischer Seite seien sicherheitshalber evakuiert worden, hieß es.
Langer Kampf um begehrte Ruinen
Bei den Kämpfen geht es um Land und um Kulturgut. Schauplatz war dieses Mal die Tempelanlage "Ta Krabei", die im Thailändischen "Ta Kwai" genannt wird. Sowohl Thailand als auch Kambodscha beanspruchen die Tempelanlage und das angrenzende Land für sich.
Der Grenzverlauf zwischen beiden Ländern ist normalerweise durch 73 Grenzsteine geregelt. Doch einige Steine fehlen. Bei anderen ist der Standort umstritten.
Diplomatie versagte bislang
"Ta Krabei" ist nicht der einzige Tempel, der für Streit sorgt. Erst im Februar 2011 war es zu Kämpfen um den Tempel Preah Vihear zwischen beiden Seiten gekommen. Die aktuellen Kämpfe fanden nach Militärangaben rund 250 Kilometer westlich davon statt.
Preah Vihear gehört seit 2008 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der Internationale Gerichtshof in Den Haag hatte bereits 1962 die Region rund um diese Anlage Kambodscha zugesprochen - sehr zur Verärgerung der Thailänder.
Spielt die innenpolitische Lage in Thailand eine Rolle?
Da Thailand kurz vor den Wahlen steht, kamen in der Nacht zum Freitag Gerüchte auf, dass das Militär kurz vor einem Putsch stehe. Neben den Kämpfen an der Grenze war es während einer Militärübung unweit von Bangkok zu einem Ausfall der Fernsehsignale in der gesamten Gegend gekommen. Armeechef Prayuth Chan-ocha beteuerte jedoch, dass das Militär keinesfalls vorhabe, einen Putsch zu organisieren.
Das thailändische Militär hat seit 1930 18 Mal geputscht. Die politische Lage im Land ist zudem angespannt, Thailand ist tief gespalten. In den kommenden zwei Wochen sollen das Parlament aufgelöst und Neuwahlen ausgerufen werden.
Vor etwa einem Jahr hat der Aufstand der Oppositionsbewegung der Rothemden die thailändische Regierung massiv unter Druck gesetzt. Sie forderten Neuwahlen. Die Regierung konnte das Ende des Protests erst durch den Einsatz von Panzern erzwingen. Mindestens 25 Rothemden wurden getötet.
Autor: Nicole Scherschun (dpa, rtr, dapd)
Redaktion: Ursula Kissel
fuente: http://www.dw-world.de/
Nachbarn, die zu Feinden werden: ein verletzter ThailänderDer Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kamdbodscha ist wieder eskaliert. Mindestens zwei Soldaten wurden getötet, mehrere verletzt. Zankapfel ist erneut ein Tempel, den beide Seiten für sich beanspruchen.
"Überall, wo Truppen so nah beieinander stationiert sind, ist die Gefahr von Zusammenstößen groß", sagte Thailands Regierungschef Abhisit Vejjajiva am Freitag (22.04.2011). Beide Seiten werfen sich vor, die Kämpfe provoziert zu haben.
Bei den Kämpfen an der kambodschanisch-thailändischen Grenze seien zwei thailändische Soldaten getötet und mindestens sieben verletzt worden, bestätigte die Regierung in Thailand. Auch auf kambodschanischer Seite soll es Tote gegeben haben, hieß es aus dem dortigen Verteidigungsministerium. Zunächst war jedoch unklar wie viele.
Laut Behörden wird derzeit untersucht, wer angefangen hat. Auch über einen Waffenstillstand wird verhandelt. Die etwa 5000 Einwohner des Kampfgebietes auf thailändischer Seite seien sicherheitshalber evakuiert worden, hieß es.
Langer Kampf um begehrte Ruinen
Bei den Kämpfen geht es um Land und um Kulturgut. Schauplatz war dieses Mal die Tempelanlage "Ta Krabei", die im Thailändischen "Ta Kwai" genannt wird. Sowohl Thailand als auch Kambodscha beanspruchen die Tempelanlage und das angrenzende Land für sich.
Der Grenzverlauf zwischen beiden Ländern ist normalerweise durch 73 Grenzsteine geregelt. Doch einige Steine fehlen. Bei anderen ist der Standort umstritten.
Diplomatie versagte bislang
"Ta Krabei" ist nicht der einzige Tempel, der für Streit sorgt. Erst im Februar 2011 war es zu Kämpfen um den Tempel Preah Vihear zwischen beiden Seiten gekommen. Die aktuellen Kämpfe fanden nach Militärangaben rund 250 Kilometer westlich davon statt.
Preah Vihear gehört seit 2008 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der Internationale Gerichtshof in Den Haag hatte bereits 1962 die Region rund um diese Anlage Kambodscha zugesprochen - sehr zur Verärgerung der Thailänder.
Spielt die innenpolitische Lage in Thailand eine Rolle?
Da Thailand kurz vor den Wahlen steht, kamen in der Nacht zum Freitag Gerüchte auf, dass das Militär kurz vor einem Putsch stehe. Neben den Kämpfen an der Grenze war es während einer Militärübung unweit von Bangkok zu einem Ausfall der Fernsehsignale in der gesamten Gegend gekommen. Armeechef Prayuth Chan-ocha beteuerte jedoch, dass das Militär keinesfalls vorhabe, einen Putsch zu organisieren.
Das thailändische Militär hat seit 1930 18 Mal geputscht. Die politische Lage im Land ist zudem angespannt, Thailand ist tief gespalten. In den kommenden zwei Wochen sollen das Parlament aufgelöst und Neuwahlen ausgerufen werden.
Vor etwa einem Jahr hat der Aufstand der Oppositionsbewegung der Rothemden die thailändische Regierung massiv unter Druck gesetzt. Sie forderten Neuwahlen. Die Regierung konnte das Ende des Protests erst durch den Einsatz von Panzern erzwingen. Mindestens 25 Rothemden wurden getötet.
Autor: Nicole Scherschun (dpa, rtr, dapd)
Redaktion: Ursula Kissel
fuente: http://www.dw-world.de/
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