Libyen | 17.04.2011 USA suchen Asylland für Gaddafi
Libyen | 17.04.2011 USA suchen Asylland für Gaddafi
Der Kampf gegen das Regime des libyschen Machthabers Gaddafi dauert seit Wochen an - und könnte sich weiter in die Länge ziehen. Die USA suchen nun nach einer anderen Lösung: Gaddafi soll raus aus Libyen - doch wohin?
Die Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi geben noch lange nicht auf. Am Sonntag (17.04.2011) haben sie erneut die Küstenstadt Misrata unter Beschuss genommen. Mehrere Menschen sollen dabei getötet worden sein. Rebellen berichteten dem Fernsehsender Al-Dschasira auch von vielen Verletzten. Misrata ist die einzige Bastion der Rebellen im Westen des Landes und von Gaddafi-Truppen eingekesselt.
Die westliche Staatengemeinschaft befürchtet nun, dass die Kämpfe noch längere Zeit andauern könnten. Bereits seit Wochen kämpft sie unter NATO-Führung gegen die Gaddafi-Truppen. Mehr als 140 Einsätze fliegen NATO-Flugzeuge derzeit durchschnittlich pro Tag. Den NATO-Staaten gehe allmählich die Präzisionsmunition aus, berichtete die "Washington Post" am Samstag. Das Gaddafi-Regime hingegen soll international geächtete Streubomben eingesetzt haben. Diese Vorwürfe erhob die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Die libysche Führung bestreitet den Einsatz dieser Bomben.
Gaddafi soll raus aus Libyen
Da sich die Lage in Libyen zunehmend verschärft, suchen vor allem die USA nach einer anderen und friedlicheren Lösung der Krise. Die "New York Times" berichtet nun, dass die US-Führung nach einem Asylland für Gaddafi suche. Sie konzentriere sich dabei auf Länder in Afrika. "Die Libyer sind selbst für einen Regimewechsel verantwortlich, nicht wir", zitiert die Zeitung einen ranghohen US-Beamten. "Wir versuchen nur, einen friedlichen Ausweg zu organisieren, wenn sich die Gelegenheit bietet."
Gaddafi selbst will Libyen jedoch nicht verlassen. Da ihm auch noch Verfahren vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag drohten, schreibt die Zeitung weiter, müsse man ein Exilland finden, das den Gerichtshof nicht vertraglich anerkannt habe. Etwa die Hälfte der 53 afrikanischen Staaten erfülle diese Bedingung und zu vielen von ihnen unterhalte Gaddafi immer noch gute Beziehungen.
Die Ankläger in Den Haag werfen dem libyschen Machthaber vor, für den Anschlag auf ein Flugzeug verantwortlich zu sein. Die Maschine der US-Fluglinie PanAm stürzte 1988 über dem schottischen Lockerbie ab, 270 Menschen kamen dabei ums Leben. Außerdem muss sich Gaddafi in Den Haag auch für Gräueltaten in seinem eigenen Land verantworten.
Kein schnelles Ende
Doch noch hat der libysche Machthaber die volle Kontrolle über seine Truppen und Anhänger. Militärisch herrsche ein Patt zwischen ihm und den Rebellen, die von der NATO unterstützt werden, sagte der Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND), Ernst Uhlau, dem "Hamburger Abendblatt". "Die Gegend um Tripolis, also die Einflusszone Gaddafis, ist bevölkerungs- und stammesmäßig stärker als der Osten, wo die Rebellen die Überhand haben", sagte Uhlau.
Auch die Franzosen gehen davon aus, dass die Kämpfe sich noch lange hinziehen könnten. "Es besteht das Risiko, dass dieser Krieg andauert", sagte der französische Verteidigungsminister Gerard Longuet der Zeitung "Le Parisien".
Autor: Nicole Scherschun (dpa, rtr, dapd)
Redaktion: Dennis Stute
fuente: http://www.dw-world.de/
Der Kampf gegen das Regime des libyschen Machthabers Gaddafi dauert seit Wochen an - und könnte sich weiter in die Länge ziehen. Die USA suchen nun nach einer anderen Lösung: Gaddafi soll raus aus Libyen - doch wohin?
Die Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi geben noch lange nicht auf. Am Sonntag (17.04.2011) haben sie erneut die Küstenstadt Misrata unter Beschuss genommen. Mehrere Menschen sollen dabei getötet worden sein. Rebellen berichteten dem Fernsehsender Al-Dschasira auch von vielen Verletzten. Misrata ist die einzige Bastion der Rebellen im Westen des Landes und von Gaddafi-Truppen eingekesselt.
Die westliche Staatengemeinschaft befürchtet nun, dass die Kämpfe noch längere Zeit andauern könnten. Bereits seit Wochen kämpft sie unter NATO-Führung gegen die Gaddafi-Truppen. Mehr als 140 Einsätze fliegen NATO-Flugzeuge derzeit durchschnittlich pro Tag. Den NATO-Staaten gehe allmählich die Präzisionsmunition aus, berichtete die "Washington Post" am Samstag. Das Gaddafi-Regime hingegen soll international geächtete Streubomben eingesetzt haben. Diese Vorwürfe erhob die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Die libysche Führung bestreitet den Einsatz dieser Bomben.
Gaddafi soll raus aus Libyen
Da sich die Lage in Libyen zunehmend verschärft, suchen vor allem die USA nach einer anderen und friedlicheren Lösung der Krise. Die "New York Times" berichtet nun, dass die US-Führung nach einem Asylland für Gaddafi suche. Sie konzentriere sich dabei auf Länder in Afrika. "Die Libyer sind selbst für einen Regimewechsel verantwortlich, nicht wir", zitiert die Zeitung einen ranghohen US-Beamten. "Wir versuchen nur, einen friedlichen Ausweg zu organisieren, wenn sich die Gelegenheit bietet."
Gaddafi selbst will Libyen jedoch nicht verlassen. Da ihm auch noch Verfahren vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag drohten, schreibt die Zeitung weiter, müsse man ein Exilland finden, das den Gerichtshof nicht vertraglich anerkannt habe. Etwa die Hälfte der 53 afrikanischen Staaten erfülle diese Bedingung und zu vielen von ihnen unterhalte Gaddafi immer noch gute Beziehungen.
Die Ankläger in Den Haag werfen dem libyschen Machthaber vor, für den Anschlag auf ein Flugzeug verantwortlich zu sein. Die Maschine der US-Fluglinie PanAm stürzte 1988 über dem schottischen Lockerbie ab, 270 Menschen kamen dabei ums Leben. Außerdem muss sich Gaddafi in Den Haag auch für Gräueltaten in seinem eigenen Land verantworten.
Kein schnelles Ende
Doch noch hat der libysche Machthaber die volle Kontrolle über seine Truppen und Anhänger. Militärisch herrsche ein Patt zwischen ihm und den Rebellen, die von der NATO unterstützt werden, sagte der Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND), Ernst Uhlau, dem "Hamburger Abendblatt". "Die Gegend um Tripolis, also die Einflusszone Gaddafis, ist bevölkerungs- und stammesmäßig stärker als der Osten, wo die Rebellen die Überhand haben", sagte Uhlau.
Auch die Franzosen gehen davon aus, dass die Kämpfe sich noch lange hinziehen könnten. "Es besteht das Risiko, dass dieser Krieg andauert", sagte der französische Verteidigungsminister Gerard Longuet der Zeitung "Le Parisien".
Autor: Nicole Scherschun (dpa, rtr, dapd)
Redaktion: Dennis Stute
fuente: http://www.dw-world.de/
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