"Libyen setzt Streubomben ein"
"Libyen setzt Streubomben ein"
Die gefährlichen Streubomben wurden auch 2006 im Libanonkrieg eingesetztDie Menschrechtsorganisation Human Rights Watch wirft den Gaddafi-Truppen vor, in der ostlibyschen Stadt Misrata die weltweit geächtete Streumunition einzusetzen. Tripolis bestreitet die Vorwürfe.
"In der vergangenen Nacht war das wie Regen", beschrieb ein Aufständischer am Freitag (15.04.2011) die Folgen von Explosionen über der Stadt Misrata. Nach Angaben der in den USA ansässigen Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) haben die Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi in der heftig umkämpften Stadt international geächtete Streubomben eingesetzt, während die libysche Führung dies bestritt. Die Berichte seien "surreal", sagte der libysche Regierungssprecher Mussa Ibrahim. Human Rights Watch und die Aufständischen müssten Beweise dafür vorlegen.
Nach Angaben der Rebellen hielten sich die Gaddafi-treuen Soldaten vor allem in einem Gebiet unweit einer Hauptstraße auf, von wo sie Granaten und auch Streubomben abfeuerten. Die Aufständischen forderten, die NATO müsse diese Gegend beschießen, weil sich dort keine Zivilisten befänden.
Seit 2010 sind 'Cluster Bombs' geächtet
Streubomben öffnen sich nach dem Abfeuern und geben eine Vielzahl weiterer kleinerer Geschosse frei. Viele dieser Sprengsätze explodieren nicht und sind auch noch nach Jahren eine Gefahr. Die Munition ist weltweit geächtet, im Jahr 2010 trat die entsprechende Konvention, die zwei Jahre zuvor in Olso zunächst von mehr als 100 Staaten unterzeichnet wurde, in Kraft.
Mitarbeiter von Human Rights Watch hätten in Misrata mindestens drei Streubomben gefunden, erklärte der HRW-Experte Steve Goose. Es sei "empörend", dass solche Bomben auch in Wohngebieten eingesetzt würden. Ein Reporterteam der US-Zeitung "New York Times" hatte zuerst über diese Munition berichtet und auch Fotos davon gemacht. Die Bomben sollen demnach 2007 in Spanien produziert worden sein, also drei Jahre bevor Madrid die Streubombenkonvention unterzeichnete.
"Gaddafi muss weg"
Unterdessen forderten US-Präsident Barack Obama, der französische Staatschef Nicolas Sarkozy und der britische Premier David Cameron in einem gemeinsamen Zeitungsbeitrag erneut den Rücktritt Gaddafis. Der Diktator müsse "weg und zwar für immer" schrieben die drei in einem Artikel, der in der britischen "Times", dem französischen "Figaro" und der "International Herald Tribune" vom Freitag erschien.
Der russische Außenminister Sergej Lawrow kritisierte, die Forderung der drei gehe über das UN-Mandat hinaus. "Der UN-Sicherheitsrat hat keinerlei Handlungen zum Zweck der Veränderung des Regimes in Libyen erlaubt", warnte Lawrow. NATO-Generalssekretär Anders Fogh Rasmussen begrüßte dagegen den Vorstoß Obamas, Sarkozys und Camerons. "Ich denke, der Artikel spiegelt die Einigkeit im Ziel und in der Entschlossenheit der Verbündeten wider", sagte Rasmussen zum Abschluss des NATO-Treffens in Berlin.
Autorin: Sabine Faber (dpa, rtr,afp)
Redaktion: Dennis Stute
fuente: http://www.dw-world.de/
Die gefährlichen Streubomben wurden auch 2006 im Libanonkrieg eingesetztDie Menschrechtsorganisation Human Rights Watch wirft den Gaddafi-Truppen vor, in der ostlibyschen Stadt Misrata die weltweit geächtete Streumunition einzusetzen. Tripolis bestreitet die Vorwürfe.
"In der vergangenen Nacht war das wie Regen", beschrieb ein Aufständischer am Freitag (15.04.2011) die Folgen von Explosionen über der Stadt Misrata. Nach Angaben der in den USA ansässigen Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) haben die Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi in der heftig umkämpften Stadt international geächtete Streubomben eingesetzt, während die libysche Führung dies bestritt. Die Berichte seien "surreal", sagte der libysche Regierungssprecher Mussa Ibrahim. Human Rights Watch und die Aufständischen müssten Beweise dafür vorlegen.
Nach Angaben der Rebellen hielten sich die Gaddafi-treuen Soldaten vor allem in einem Gebiet unweit einer Hauptstraße auf, von wo sie Granaten und auch Streubomben abfeuerten. Die Aufständischen forderten, die NATO müsse diese Gegend beschießen, weil sich dort keine Zivilisten befänden.
Seit 2010 sind 'Cluster Bombs' geächtet
Streubomben öffnen sich nach dem Abfeuern und geben eine Vielzahl weiterer kleinerer Geschosse frei. Viele dieser Sprengsätze explodieren nicht und sind auch noch nach Jahren eine Gefahr. Die Munition ist weltweit geächtet, im Jahr 2010 trat die entsprechende Konvention, die zwei Jahre zuvor in Olso zunächst von mehr als 100 Staaten unterzeichnet wurde, in Kraft.
Mitarbeiter von Human Rights Watch hätten in Misrata mindestens drei Streubomben gefunden, erklärte der HRW-Experte Steve Goose. Es sei "empörend", dass solche Bomben auch in Wohngebieten eingesetzt würden. Ein Reporterteam der US-Zeitung "New York Times" hatte zuerst über diese Munition berichtet und auch Fotos davon gemacht. Die Bomben sollen demnach 2007 in Spanien produziert worden sein, also drei Jahre bevor Madrid die Streubombenkonvention unterzeichnete.
"Gaddafi muss weg"
Unterdessen forderten US-Präsident Barack Obama, der französische Staatschef Nicolas Sarkozy und der britische Premier David Cameron in einem gemeinsamen Zeitungsbeitrag erneut den Rücktritt Gaddafis. Der Diktator müsse "weg und zwar für immer" schrieben die drei in einem Artikel, der in der britischen "Times", dem französischen "Figaro" und der "International Herald Tribune" vom Freitag erschien.
Der russische Außenminister Sergej Lawrow kritisierte, die Forderung der drei gehe über das UN-Mandat hinaus. "Der UN-Sicherheitsrat hat keinerlei Handlungen zum Zweck der Veränderung des Regimes in Libyen erlaubt", warnte Lawrow. NATO-Generalssekretär Anders Fogh Rasmussen begrüßte dagegen den Vorstoß Obamas, Sarkozys und Camerons. "Ich denke, der Artikel spiegelt die Einigkeit im Ziel und in der Entschlossenheit der Verbündeten wider", sagte Rasmussen zum Abschluss des NATO-Treffens in Berlin.
Autorin: Sabine Faber (dpa, rtr,afp)
Redaktion: Dennis Stute
fuente: http://www.dw-world.de/
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