Umweltschutz | 15.04.2011 Kleine Windanlagen zur Stromversorgung
Umweltschutz | 15.04.2011 Kleine Windanlagen zur Stromversorgung
Kleine Windanlagen werden zunehmend gefragt Die Windenergie ist sauber und oft auch konkurrenzlos günstig. Die Branche boomt, immer größere Windräder liefern weltweit den Strom. Nun gibt es noch einen neuen, zukunftsweisenden Trend: Kleine dezentrale Windräder.
Die Windenergie spielt eine immer größere Rolle bei der weltweiten Stromversorgung. Auf den Bergen und an den Küsten von Europa, China, Indien und USA werden immer mehr Windparks gebaut. Hier geht der Trend zu immer größeren Windanlagen. Inzwischen werden schon Windkrafträder mit einer Leistung von über 5.000 Kilowatt aufgestellt. Damit kann der Strombedarf von rund 3.000 Haushalten z.B. in Deutschland gedeckt werden. Die technischen, logistischen und finanziellen Herausforderungen bis zur Errichtung von solch einem Giganten, vor allem auf dem Meer, sind allerdings immens.
Dezentrale Kleinwindanlage nicht nur auf dem Land
Bei der Windenergie gibt es inzwischen aber auch einen weiteren, zukunftsweisenden Trend. Zunehmend werden auch kleine Windanlagen aufgestellt. Die Einsatzgebiete sind äußerst vielseitig. Von Mikrowindanlagen ab einer Leistung von nur 100 Watt bis hin zu mittleren Windenergieanlagen von 100.000 Watt. Je nach Größe werden sie auf Booten, Straßenlaternen, Häusern, Schulen, Industrieanlagen oder neben dem Hof oder der Siedlung aufgestellt. Vor allem in abgelegenen, windreichen Regionen, die nur schwer ans Stromnetz angeschlossen werden können, sind kleine Windanlagen schon heute oft die preisgünstigste Art der Stromversorgung. Und da noch immer weltweit rund 1,5 Milliarden Menschen ohne Strom leben, bietet sich hier für viele eine Perspektive. Aber auch in den Städten werden kleine Windanlagen auf dem Dach oder neben dem Haus zunehmend attraktiv.
Junge Branche im Schatten der Großen
Vor 15 Jahren steckten Wind- und Solarenergie noch in den Kinderschuhen. Einen nennenswerten Beitrag an der Stromversorgung hatte diese Technologie weltweit nicht. Inzwischen jedoch decken z.B. im energieintensiven Industrieland Deutschland große Windräder schon zu rund sieben Prozent den Strombedarf, die Solaranlagen liefern drei Prozent. Und in 2020, so die Prognosen, wird der deutsche Strom schon zu gut einem Drittel aus Wind- und Sonnenkraft erzeugt, drei mal mehr als 2010.
Ähnlich boomen könnte nun auch die noch junge Kleinwindtechnologie. Während die Branche für große Windanlagen und Solarmodule inzwischen erwachsen geworden ist, Jobs schafft und Wohlstand sichert, steckt die Kleinwindindustrie noch in den Kinderschuhen. Kleine Windanlagen haben weltweit bislang nur eine geringe Bedeutung. Lediglich in den ländlichen Regionen von China, in der Mongolei, auf US-Farmen und vereinzelten Vorzeigeprojekten der Metropolen, sind kleinere Windkraftwerke zu sehen.
Weltgipfeltreffen der Kleinwindpioniere
Auf der Messe im norddeutschen Husum präsentierten sich im März 2011 über 50 Anbieter aus 14 Ländern mit Kleinwindanlagen. Auf dem parallel stattfindenden 2. internationalen Weltgipfeltreffen für Kleinwindanlagen diskutieren die Pioniere über Erfahrungen, politische Förderbedingungen und Qualitätsstandards. Mit einheitlichen Zertifikaten will die Branche mehr Transparenz in den noch unübersichtlichen Markt bringen. Vor allem private Interessenten sollen so mehr Orientierung und Sicherheit beim Kauf bekommen.
Kostengünstiger Strom aus Kleinwindanlagen
Sind die technischen und rechtlichen Hürden geklärt und gibt es genug Wind, so steht einer Kleinwindanlage nichts mehr im Weg. Derzeit sind die Kosten für Strom aus Kleinwindanlagen jedoch noch etwa doppelt so hoch wie aus den großen Windkraftwerken auf dem Land. Doch mit einem Preis zwischen 15 und 30 Eurocent pro Kilowattstunde (kWh) sind auch heute schon kleine Windkraftanlagen an windreichen Standorten attraktiv und kosten auch nicht viel mehr als Strom aus den Offshore-Windparks.
China baut die meisten Anlagen
Die meisten Kleinwindräder wurden bislang in China gebaut und installiert. Rund 1,75 Millionen Menschen, die zuvor nicht ans Stromnetz angeschlossen waren, beziehen so ihre Energie. Der Markt wächst seit Jahren zweistellig, allein in China leben rund 8 Millionen Menschen ohne Strom. Ein kleines Windrad brächte viel Lebensgewinn. Nach Angaben von Chen Dechang, vom Verband der chinesischen Windindustrie, wurden im letzten Jahr rund 130.000 Kleinwindräder in China gebaut. Inzwischen geht rund ein Drittel in den Export.
Amerikanische Kleinwindindustrie boomt
Während auch Indien und Südkorea die Kleinwindtechnologie fördern und auf die Entwicklung dieser zukunftsweisenden Industrie hoffen, macht die nordamerikanische Kleinwindindustrie schon ihr Geschäft. Die größten Firmen für Kleinwindanlagen produzieren in den USA. Gebaut wird für den Export aber auch der heimische Markt brummt. Nach Angaben des American Wind Energy Association (AWEA) hat sich in den USA in den letzten drei Jahren die installierte Leistung von Kleinwindanlagen verdoppelt und bis 2015 rechnet die Organisation mit einer Verzehnfachung der Installationen. Dann wäre die Leistung von einem Gigawatt installiert, dies entspricht der Leistung eines Atomkraftwerks. Steigende Energiepreise und der Wunsch vieler Amerikaner nach Energieunabhängigkeit sind die Motivation für den Kauf und beflügeln das Geschäft.
Großbritannien und Dänemark sind Vorbild in Europa
Dynamisch entwickelt sich derzeit vor allem in Großbritannien und Dänemark die Situation. In Großbritannien wird seit einem Jahr der produzierte Strom aus zertifizierten Kleinwindanlagen mit 17 - 38 Eurocent pro kWh vergütet. In Europas windreichster Region ist dies für Anlagenbetreiber und Verkäufer ein lohnendes Geschäft. Ähnlich gut sind die Perspektiven für Hausbesitzer in Dänemark. Wer dort investiert und den Strom seines Windrads ins Netz einspeist, bekommt von dem Energieversorger 28 Eurocent pro kWh ausgezahlt. Windkraftverbände in Spanien, Portugal, Irland und Deutschland fordern von ihren Regierungen ähnliche Einspeisetarife für kleine Windkraftanlagen. Der deutsche Bundesverband Windenergie hofft auf eine Vergütung zwischen 15 und 22 Cent pro Kilowattstunde. Setzen sich rentable Vergütungssätze europaweit durch, so sagen Experten auch hier einen neuen Boom voraus.
Durchblick im Dschungel
Kleinwindanlagen werden weltweit von mehreren hundert Firmen angeboten. Der Durchblick und Vergleich fällt schwer. Viele Betriebe sind noch klein, haben bisher nur wenige Anlagen aufgestellt und sind von einer industriellen Serienfertigung noch meilenweit entfernt. Auch fehlt es zum Teil an realistischen Windberechnungen und so wurden Käufer durch falsche Planung und auch mangelnde Qualität enttäuscht. Mit einer Offensive zur Qualitätssicherung und Informationsbroschüren wollen nationale und internationale Windverbände jetzt helfen.
Autor: Gero Rueter
Redaktion: Irene Quaile
fuente: http://www.dw-world.de/
Kleine Windanlagen werden zunehmend gefragt Die Windenergie ist sauber und oft auch konkurrenzlos günstig. Die Branche boomt, immer größere Windräder liefern weltweit den Strom. Nun gibt es noch einen neuen, zukunftsweisenden Trend: Kleine dezentrale Windräder.
Die Windenergie spielt eine immer größere Rolle bei der weltweiten Stromversorgung. Auf den Bergen und an den Küsten von Europa, China, Indien und USA werden immer mehr Windparks gebaut. Hier geht der Trend zu immer größeren Windanlagen. Inzwischen werden schon Windkrafträder mit einer Leistung von über 5.000 Kilowatt aufgestellt. Damit kann der Strombedarf von rund 3.000 Haushalten z.B. in Deutschland gedeckt werden. Die technischen, logistischen und finanziellen Herausforderungen bis zur Errichtung von solch einem Giganten, vor allem auf dem Meer, sind allerdings immens.
Dezentrale Kleinwindanlage nicht nur auf dem Land
Bei der Windenergie gibt es inzwischen aber auch einen weiteren, zukunftsweisenden Trend. Zunehmend werden auch kleine Windanlagen aufgestellt. Die Einsatzgebiete sind äußerst vielseitig. Von Mikrowindanlagen ab einer Leistung von nur 100 Watt bis hin zu mittleren Windenergieanlagen von 100.000 Watt. Je nach Größe werden sie auf Booten, Straßenlaternen, Häusern, Schulen, Industrieanlagen oder neben dem Hof oder der Siedlung aufgestellt. Vor allem in abgelegenen, windreichen Regionen, die nur schwer ans Stromnetz angeschlossen werden können, sind kleine Windanlagen schon heute oft die preisgünstigste Art der Stromversorgung. Und da noch immer weltweit rund 1,5 Milliarden Menschen ohne Strom leben, bietet sich hier für viele eine Perspektive. Aber auch in den Städten werden kleine Windanlagen auf dem Dach oder neben dem Haus zunehmend attraktiv.
Junge Branche im Schatten der Großen
Vor 15 Jahren steckten Wind- und Solarenergie noch in den Kinderschuhen. Einen nennenswerten Beitrag an der Stromversorgung hatte diese Technologie weltweit nicht. Inzwischen jedoch decken z.B. im energieintensiven Industrieland Deutschland große Windräder schon zu rund sieben Prozent den Strombedarf, die Solaranlagen liefern drei Prozent. Und in 2020, so die Prognosen, wird der deutsche Strom schon zu gut einem Drittel aus Wind- und Sonnenkraft erzeugt, drei mal mehr als 2010.
Ähnlich boomen könnte nun auch die noch junge Kleinwindtechnologie. Während die Branche für große Windanlagen und Solarmodule inzwischen erwachsen geworden ist, Jobs schafft und Wohlstand sichert, steckt die Kleinwindindustrie noch in den Kinderschuhen. Kleine Windanlagen haben weltweit bislang nur eine geringe Bedeutung. Lediglich in den ländlichen Regionen von China, in der Mongolei, auf US-Farmen und vereinzelten Vorzeigeprojekten der Metropolen, sind kleinere Windkraftwerke zu sehen.
Weltgipfeltreffen der Kleinwindpioniere
Auf der Messe im norddeutschen Husum präsentierten sich im März 2011 über 50 Anbieter aus 14 Ländern mit Kleinwindanlagen. Auf dem parallel stattfindenden 2. internationalen Weltgipfeltreffen für Kleinwindanlagen diskutieren die Pioniere über Erfahrungen, politische Förderbedingungen und Qualitätsstandards. Mit einheitlichen Zertifikaten will die Branche mehr Transparenz in den noch unübersichtlichen Markt bringen. Vor allem private Interessenten sollen so mehr Orientierung und Sicherheit beim Kauf bekommen.
Kostengünstiger Strom aus Kleinwindanlagen
Sind die technischen und rechtlichen Hürden geklärt und gibt es genug Wind, so steht einer Kleinwindanlage nichts mehr im Weg. Derzeit sind die Kosten für Strom aus Kleinwindanlagen jedoch noch etwa doppelt so hoch wie aus den großen Windkraftwerken auf dem Land. Doch mit einem Preis zwischen 15 und 30 Eurocent pro Kilowattstunde (kWh) sind auch heute schon kleine Windkraftanlagen an windreichen Standorten attraktiv und kosten auch nicht viel mehr als Strom aus den Offshore-Windparks.
China baut die meisten Anlagen
Die meisten Kleinwindräder wurden bislang in China gebaut und installiert. Rund 1,75 Millionen Menschen, die zuvor nicht ans Stromnetz angeschlossen waren, beziehen so ihre Energie. Der Markt wächst seit Jahren zweistellig, allein in China leben rund 8 Millionen Menschen ohne Strom. Ein kleines Windrad brächte viel Lebensgewinn. Nach Angaben von Chen Dechang, vom Verband der chinesischen Windindustrie, wurden im letzten Jahr rund 130.000 Kleinwindräder in China gebaut. Inzwischen geht rund ein Drittel in den Export.
Amerikanische Kleinwindindustrie boomt
Während auch Indien und Südkorea die Kleinwindtechnologie fördern und auf die Entwicklung dieser zukunftsweisenden Industrie hoffen, macht die nordamerikanische Kleinwindindustrie schon ihr Geschäft. Die größten Firmen für Kleinwindanlagen produzieren in den USA. Gebaut wird für den Export aber auch der heimische Markt brummt. Nach Angaben des American Wind Energy Association (AWEA) hat sich in den USA in den letzten drei Jahren die installierte Leistung von Kleinwindanlagen verdoppelt und bis 2015 rechnet die Organisation mit einer Verzehnfachung der Installationen. Dann wäre die Leistung von einem Gigawatt installiert, dies entspricht der Leistung eines Atomkraftwerks. Steigende Energiepreise und der Wunsch vieler Amerikaner nach Energieunabhängigkeit sind die Motivation für den Kauf und beflügeln das Geschäft.
Großbritannien und Dänemark sind Vorbild in Europa
Dynamisch entwickelt sich derzeit vor allem in Großbritannien und Dänemark die Situation. In Großbritannien wird seit einem Jahr der produzierte Strom aus zertifizierten Kleinwindanlagen mit 17 - 38 Eurocent pro kWh vergütet. In Europas windreichster Region ist dies für Anlagenbetreiber und Verkäufer ein lohnendes Geschäft. Ähnlich gut sind die Perspektiven für Hausbesitzer in Dänemark. Wer dort investiert und den Strom seines Windrads ins Netz einspeist, bekommt von dem Energieversorger 28 Eurocent pro kWh ausgezahlt. Windkraftverbände in Spanien, Portugal, Irland und Deutschland fordern von ihren Regierungen ähnliche Einspeisetarife für kleine Windkraftanlagen. Der deutsche Bundesverband Windenergie hofft auf eine Vergütung zwischen 15 und 22 Cent pro Kilowattstunde. Setzen sich rentable Vergütungssätze europaweit durch, so sagen Experten auch hier einen neuen Boom voraus.
Durchblick im Dschungel
Kleinwindanlagen werden weltweit von mehreren hundert Firmen angeboten. Der Durchblick und Vergleich fällt schwer. Viele Betriebe sind noch klein, haben bisher nur wenige Anlagen aufgestellt und sind von einer industriellen Serienfertigung noch meilenweit entfernt. Auch fehlt es zum Teil an realistischen Windberechnungen und so wurden Käufer durch falsche Planung und auch mangelnde Qualität enttäuscht. Mit einer Offensive zur Qualitätssicherung und Informationsbroschüren wollen nationale und internationale Windverbände jetzt helfen.
Autor: Gero Rueter
Redaktion: Irene Quaile
fuente: http://www.dw-world.de/
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