Finanzmärkte | 09.08.2011 .Kurseinbrüche gestoppt - Anleger nervös .Die Kursstürze an den internationalen Börsen sind am Dienstag gestoppt worden – vorerst zumindest. Dennoch zeigten sich die Marktteilnehmer extrem nervös. Unterdessen wächst die Kritik am Krisenmanagement der Politik.

Finanzmärkte | 09.08.2011 .Kurseinbrüche gestoppt - Anleger nervös .Die Kursstürze an den internationalen Börsen sind am Dienstag gestoppt worden – vorerst zumindest. Dennoch zeigten sich die Marktteilnehmer extrem nervös. Unterdessen wächst die Kritik am Krisenmanagement der Politik.

Nach den herben Verlusten vom Vortag haben am Dienstag (09.08.2011) extreme Kurs-Ausschläge die Angst der Anleger widergespiegelt. Für den deutschen Leitindex DAX ging es den zehnten Tag in Folge ins Minus - zeitweise um mehr als sieben Prozent. Doch am frühen Nachmittag setzte eine Gegenbewegung ein. Der Großteil der Verluste wurde wettgemacht und der DAX ging mit einem kleinen Minus von 0,1 Prozent aus dem Handel. Auch an den Börsenplätzen in London, Paris, Mailand und Madrid gab es eine Berg- und Talfahrt der Aktienkurse. Dort beendeten die wichtigen Indizes den Handelstag sogar zum größten Teil im positiven Bereich.

Die US-Börse an der Wall-Street in New York begann den Handel mit leichten Gewinnen. Die Kurse erholten sich zunächst von der rasanten Talfahrt am Montag. Der Leitindex Dow Jones Industrial, der tags zuvor um mehr als 600 Punkte eingebrochen war, legte nach Börsenstart am Dienstag um fast zwei Prozent zu. An den Märkten Asiens war es zuvor überwiegend abwärts gegangen. Zur Stabilisierung beigetragen hat vermutlich die Erwartung, dass die US-Zentralbank bei ihrer Sitzung positive Beschlüsse fällen könnte.

EZB-Eingriffe positiv bewertet


Zur Beruhigung der Finanzmärkte trug möglicherweise auch die Europäische Zentralbank (EZB) bei, die nach Angaben von Händlern weiter italienische und spanische Staatsanleihen kaufte. Zum Volumen des Anleihenkaufs schwieg der EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. Der Anleihekauf der Notenbank hatte schon am Montag Wirkung gezeigt: Die Risikoaufschläge für Anleihen waren regelrecht eingebrochen, die klammen Staaten kamen wieder günstiger an frisches Geld. Der Trend setzte sich am Dienstag fort. EU-Kommissionssprecher Olivier Bailly sagte in Brüssel, die wirtschaftlichen Voraussetzungen in der Europäischen Union seien sehr viel positiver als die Erwartungen vieler Akteure auf den Finanzmärkten."

Deutschland erhöht allerdings angesichts der dramatischen Schuldenkrise in Europa den Druck auf die Partnerländer. Die Bundesregierung kündigte an, sie wolle zur Beruhigung der Märkte die wankende Euro-Zone mit Stresstests und Schuldenbremsen nach deutschem Vorbild langfristig stabilisieren. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler sagte in Berlin, dazu könne ein neuer europäischer Stabilitätsrat aufgebaut werden, der bei schlechtem Wirtschaften automatisch Sanktionen - etwa bei der Vergabe von EU-Fördermilliarden - verhängen würde.


Finanzexperten fordern Handeln der Politik

Ein Handeln der Politik wird denn auch von Wirtschaftsexperten gefordert. In einer Umfrage der Agentur DPA erklärten Finanzfachleute, das Vertrauen in die Politik sei im Augenblick nicht da. Voraussetzung einer Börsenerholung sei, dass die Politik eine angemessene Lösung für die aktuellen Probleme finde. Auch forderten die Teilnehmer der Umfrage die Politiker auf, nicht nur auf die Finanzkrisen zu reagieren, sondern mehr zu agieren.

Die Aktienkurse sind seit Tagen gefallen - wegen der Sorgen um die Staatsfinanzen in den USA und in Europa. Die anziehende Inflation in China schürte weitere Rezessionsängste. Derweil ging die Rekordjagd des Goldpreises weiter, was auf eine geringe Risikobereitschaft der Anleger schließen ließ.

Autor: Herbert Peckmann (dpa, afp, rtr)
Redaktion: Martin Schrader


fuente: http://www.dw-world.de/ 

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