Nahost | 20.08.2011 .Ägypten zieht Botschafter aus Israel ab .Die Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern wirkt sich zunehmend auch auf das Verhältnis zu Ägypten aus. Das Nachbarland warf Israel einen Bruch des Friedensvertrages vor und zog seinen Botschafter ab.
Nahost | 20.08.2011 .Ägypten zieht Botschafter aus Israel ab .Die Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern wirkt sich zunehmend auch auf das Verhältnis zu Ägypten aus. Das Nachbarland warf Israel einen Bruch des Friedensvertrages vor und zog seinen Botschafter ab.
Nach dem Tod von fünf Grenzschützern auf dem Sinai haben sich die Spannungen zwischen Israel und Ägypten weiter verschärft. Tausende Ägypter demonstrierten am Samstag (20.08.2011) in Kairo für die Ausweisung des israelischen Botschafters. Sie zündeten vor der Botschaft Israels in der ägyptischen Hauptstadt Feuerwerkskörper und riefen israelfeindliche Parolen. Ägyptische Streitkräfte postierten zum Schutz gepanzerte Fahrzeuge vor dem Gebäude.
Die Regierung in Kairo hatte zuvor den Abzug ihres Botschafters aus Israel angekündigt. Der Diplomat werde erst auf seinen Posten zurückkehren, wenn Israel sich offiziell bei Ägypten entschuldigt habe, hieß es im ägyptischen Staatsfernsehen. Kairo warf Israel vor, den Friedensvertrag von 1979 gebrochen zu haben. Als Antwort auf den gewaltsamen Tod der ägyptischen Polizisten werde man weitere Truppen an die Grenze schicken, um auf "jegliche militärische Aktivität Israels zu antworten". Die Regierung in Jerusalem sei "politisch und juristisch für diesen Zwischenfall verantwortlich", hieß es in einer am Samstag veröffentlichten Erklärung aus Kairo.
Barak gab Ägypten Mitschuld an Anschlägen
Israels Verteidigungsminister Ehud Barak hatte Ägypten eine Mitschuld an den Anschlägen im Süden des Landes gegeben. "Die Angriffe sind ein Beweis für die mangelnde Kontrolle der Ägypter auf der Sinai-Halbinsel und das Erstarken terroristischer Gruppen dort", hieß es in einer Erklärung des Verteidigungsministeriums. Bei dem schwersten Anschlag in Israel seit 2008, der vermutlich von Palästinensern verübt wurde, waren am Donnerstag acht Israelis getötet und 31 verletzt worden.
Israelische Soldaten hatten die Angreifer verfolgt und in ein Feuergefecht verwickelt. Als die Täter versuchten, nach Ägypten zu fliehen, wurden auch die fünf ägyptischen Grenzbeamten getötet. Die israelische Armee sagte Ermittlungen zu.
Eskalation der Gewalt
Unterdessen geht auch der militärische Schlagabtausch zwischen Israel und militanten Palästinensern weiter. Bei einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen wurden am Samstag in der israelischen Hafenstadt Aschdod laut Polizei drei Menschen verletzt, zwei von ihnen schwer. Schon am Donnerstag hatten militante Palästinenser mindestens zehn Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert.
Die Bewohner israelischer Städte und Siedlungen in der Nähe des Gazastreifens wurden aufgefordert, sich stets in der Nähe von Schutzräumen aufzuhalten.
Israel fliegt als Vergeltung massive Luftangriffe auf den Gazastreifen. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben bis Samstag 14 Menschen getötet und etwa 45 weitere verletzt.
Unter den Toten im Gazastreifen sollen sich auch zwei führende Mitglieder der besonders radikalen Gruppe Volkswiderstands-Komitee (PRC) befinden. Sie wurden nach israelischen Angaben gezielt getötet. Die PRC dementierte jedoch, etwas mit der Serie von Terroranschlägen im Süden Israels zu tun zu haben.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte laut Medienberichten, die bisherigen Angriffe und die Tötung der PRC-Mitglieder seien nur der Anfang der israelischen Reaktion auf die Anschläge.
Hamas beendet laut Medienberichten Waffenstillstand
Nach unbestätigten Medienberichten kündigte die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas einen seit Anfang 2009 geltenden Waffenstillstand mit Israel auf. Ein Sprecher der Al-Kassam-Brigaden - die militärische Unterorganisation der Hamas - sagte der Nachrichtenagentur dpa, Israel werde für seine "Verbrechen bezahlen" können. Eine offizielle Bestätigung aus Gaza gab es dazu nicht.
Der nach dem Ende des Gazakrieges vereinbarte Waffenstillstand war ohnehin oft gebrochen worden. Immer wieder schlugen palästinensische Raketen in Israel ein, und Israel flog Luftangriffe auf den Gazastreifen.
Autorin: Ursula Kissel (dpa, afp, dapd, rtr)
Redaktion: Hartmut Lüning
fuente: http://www.dw-world.de/
Nach dem Tod von fünf Grenzschützern auf dem Sinai haben sich die Spannungen zwischen Israel und Ägypten weiter verschärft. Tausende Ägypter demonstrierten am Samstag (20.08.2011) in Kairo für die Ausweisung des israelischen Botschafters. Sie zündeten vor der Botschaft Israels in der ägyptischen Hauptstadt Feuerwerkskörper und riefen israelfeindliche Parolen. Ägyptische Streitkräfte postierten zum Schutz gepanzerte Fahrzeuge vor dem Gebäude.
Die Regierung in Kairo hatte zuvor den Abzug ihres Botschafters aus Israel angekündigt. Der Diplomat werde erst auf seinen Posten zurückkehren, wenn Israel sich offiziell bei Ägypten entschuldigt habe, hieß es im ägyptischen Staatsfernsehen. Kairo warf Israel vor, den Friedensvertrag von 1979 gebrochen zu haben. Als Antwort auf den gewaltsamen Tod der ägyptischen Polizisten werde man weitere Truppen an die Grenze schicken, um auf "jegliche militärische Aktivität Israels zu antworten". Die Regierung in Jerusalem sei "politisch und juristisch für diesen Zwischenfall verantwortlich", hieß es in einer am Samstag veröffentlichten Erklärung aus Kairo.
Barak gab Ägypten Mitschuld an Anschlägen
Israels Verteidigungsminister Ehud Barak hatte Ägypten eine Mitschuld an den Anschlägen im Süden des Landes gegeben. "Die Angriffe sind ein Beweis für die mangelnde Kontrolle der Ägypter auf der Sinai-Halbinsel und das Erstarken terroristischer Gruppen dort", hieß es in einer Erklärung des Verteidigungsministeriums. Bei dem schwersten Anschlag in Israel seit 2008, der vermutlich von Palästinensern verübt wurde, waren am Donnerstag acht Israelis getötet und 31 verletzt worden.
Israelische Soldaten hatten die Angreifer verfolgt und in ein Feuergefecht verwickelt. Als die Täter versuchten, nach Ägypten zu fliehen, wurden auch die fünf ägyptischen Grenzbeamten getötet. Die israelische Armee sagte Ermittlungen zu.
Eskalation der Gewalt
Unterdessen geht auch der militärische Schlagabtausch zwischen Israel und militanten Palästinensern weiter. Bei einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen wurden am Samstag in der israelischen Hafenstadt Aschdod laut Polizei drei Menschen verletzt, zwei von ihnen schwer. Schon am Donnerstag hatten militante Palästinenser mindestens zehn Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert.
Die Bewohner israelischer Städte und Siedlungen in der Nähe des Gazastreifens wurden aufgefordert, sich stets in der Nähe von Schutzräumen aufzuhalten.
Israel fliegt als Vergeltung massive Luftangriffe auf den Gazastreifen. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben bis Samstag 14 Menschen getötet und etwa 45 weitere verletzt.
Unter den Toten im Gazastreifen sollen sich auch zwei führende Mitglieder der besonders radikalen Gruppe Volkswiderstands-Komitee (PRC) befinden. Sie wurden nach israelischen Angaben gezielt getötet. Die PRC dementierte jedoch, etwas mit der Serie von Terroranschlägen im Süden Israels zu tun zu haben.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte laut Medienberichten, die bisherigen Angriffe und die Tötung der PRC-Mitglieder seien nur der Anfang der israelischen Reaktion auf die Anschläge.
Hamas beendet laut Medienberichten Waffenstillstand
Nach unbestätigten Medienberichten kündigte die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas einen seit Anfang 2009 geltenden Waffenstillstand mit Israel auf. Ein Sprecher der Al-Kassam-Brigaden - die militärische Unterorganisation der Hamas - sagte der Nachrichtenagentur dpa, Israel werde für seine "Verbrechen bezahlen" können. Eine offizielle Bestätigung aus Gaza gab es dazu nicht.
Der nach dem Ende des Gazakrieges vereinbarte Waffenstillstand war ohnehin oft gebrochen worden. Immer wieder schlugen palästinensische Raketen in Israel ein, und Israel flog Luftangriffe auf den Gazastreifen.
Autorin: Ursula Kissel (dpa, afp, dapd, rtr)
Redaktion: Hartmut Lüning
fuente: http://www.dw-world.de/
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