Alemania: Musikfestival "Rock am Ring" geht vorerst weiter
Nach einigen Stunden Gewitterpause geht es bei "Rock am Ring" erst
einmal weiter. Die Prognose für Sonntag sieht aber düster aus. Es werden
teils noch heftigere Gewitter für Rheinland-Pfalz erwartet.
Gegen 21 Uhr am Samstagabend kam die erhoffte Nachricht. "Nach Aussagen
unseres Meteorologen vor Ort wird es in der Nacht nicht mehr zu
Gewittern kommen, Schauer bleiben möglich", so der Veranstalter auf
seiner Facebookseite. Im Laufe der Nacht sollen unter anderem die
US-Rockband Red Hot Chili Peppers, die kanadische Band Billy Talent und
die Berliner Band The BossHoss auftreten.
Wegen Gewitter vorläufig unterbrochenSeit dem Nachmittag mussten 90.000 Musikfans ausharren, ob es mit den Konzerten überhaupt weitergeht. Wie schon am Tag zuvor, zogen immer wieder Unwetter über das Festivalgelände in Mendig in Rheinland-Pfalz. Am frühen Nachmittag trafen sich die Veranstalter mit dem Landes-Innenminister Roger Lewentz zu einem Krisengespräch. "Auf Anweisung der Genehmigungsbehörde müssen wir die Veranstaltung und den Spielbetrieb vorläufig unterbrechen", teilten die Veranstalter später mit. Wiederholt hatten sie die Festivalgänger angewiesen, sich in ihre Zelte und Autos zurückzuziehen. Während eines heftigen Gewitters mit Starkregen über Mendig fiel kurzzeitig die Stromversorgung aus.
Sonntagskonzerte noch in der Schwebe
Ob die Konzerte am Sonntag, dem dritten und letzten Tag des Festivals, stattfinden können, ist zurzeit noch unklar. Wie ein Reporter der Mitteldeutschen Zeitung (MZ) vor Ort berichtet, hat der Veranstalter die Besucher informiert, dass die Polizei und die Feuerwehr wegen drohender Unwetter keine Spielgenehmigung erteilt habe. Der MZ zufolge sagte eine Sprecherin, bisher sei aber kein Auftritt abgesagt und alle Bands seien noch vor Ort.
Schon am Freitag war auf dem Flugplatzgelände, wo sich die Bühnen befinden, mehrfach der Blitz eingeschlagen. Nach Polizeiangaben mussten mehr als 70 Besucher verletzt in Krankenhäuser gebracht werden. Eine zwischenzeitlich kursierende Zahl von bis zu 82 Verletzten sei wegen Doppelerfassungen nicht korrekt. Acht Menschen seien schwer verletzt. Die meisten Betroffenen konnten inzwischen wieder entlassen werden.
Blitze sind lebensgefährlich
Bei einem Blitzeinschlag ist es bis in etwa 30 Meter Entfernung gefährlich. Sind viele Menschen in der Nähe, kann es auf einen Schlag, wie bei dem Festival in der Eifel, Dutzende Verletzte geben. Der Einschlag kann so heftig sein, dass Menschen meterweit durch die Luft geworfen werden. Dies geschah bei einem Musikfestival in Sachsen 2012. Damals wurden 51 Besucher verletzt
Das parallel stattfindende Festival "Rock im Park" in Nürnberg wurde am Abend ebenfalls von starkem Regen getroffen, das Zentrum des Gewitters zog jedoch vorbei. Auf Infotafeln hatte der Veranstalter über eine Unwetterwarnung für Nürnberg informiert.
Auch in anderen Teilen Deutschlands sorgten Unwetter für Chaos. Im baden-württembergischen Schwäbisch Gmünd löste ein Erdrutsch einen Großeinsatz der Rettungskräfte aus. Nach Polizeiangaben mussten 23 Menschen in Sicherheit gebracht werden, als ein Hang nach heftigen Regenfällen ins Rutschen geraten war. Insgesamt seien sechs Häuser gefährdet gewesen. Inzwischen konnten die Bewohner in ihre Häuser zurückkehren.
Fuente: Deutsche Welle, http://www.dw.com/de/musikfestival-rock-am-ring-geht-vorerst-weiter/a-19307290
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