Schuldenkrise | 20.07.2011 .Ringen um Geschlossenheit in der Euro-Krise .Deutschland und Frankreich wollen mit einer abgestimmten Haltung in den Euro-Krisengipfel am Donnerstag in Brüssel gehen. Bundeskanzlerin Merkel und der französische Präsident Sarkozy beraten darüber in Berlin.
Schuldenkrise | 20.07.2011 .Ringen um Geschlossenheit in der Euro-Krise .Deutschland und Frankreich wollen mit einer abgestimmten Haltung in den Euro-Krisengipfel am Donnerstag in Brüssel gehen. Bundeskanzlerin Merkel und der französische Präsident Sarkozy beraten darüber in Berlin.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident Nicolas Sarkozy kamen am Mittwoch (20.07.2011) in Berlin zu einem kurzfristig vereinbarten Vorbereitungstreffen zusammen. Zu den Gründen sagte Regierungssprecher Steffen Seibert, "dass es ab einer gewissen Komplexität der Dinge ganz gut ist, wenn man sich nicht am Telefon bespricht, sondern einander gegenübersitzt". Die Bundesregierung sei zuversichtlich, dass es beim Treffen der Staats- und Regierungschefs der Euro-Gruppe in Brüssel eine "gute und weiterführende Lösung" geben werde.
In der Euro-Krise hält Frankreich einen Kompromiss zur Lösung der Probleme Griechenlands für wahrscheinlich. Finanzminister Francois Baroin sagte, zwischen Deutschland und Frankreich herrsche Einvernehmen über "das Ziel, die Methode und einen Zeitplan", der ein beschleunigtes Vorgehen vorsehe. Beide Länder seien auch gegen eine Umverteilung der griechischen Schulden.
Finanzsteuer für alle Banken?
Berlin und Paris waren bis zuletzt uneins über die Frage, wie stark sich die Banken an der Griechenland-Rettung beteiligen sollen. Deutschland beharrt auf einer solchen Beteiligung, wie Regierungssprecher Seibert noch einmal betonte. In Brüssel heißt es, Banken und Versicherungen sollten einen Teil der Last des neuen Pakets tragen und rund 30 Milliarden Euro beisteuern. Vor allem Deutschland, die Niederlande und Finnland pochen darauf. Das Vorhaben ist aber politisch umstritten, da die Europäische Zentralbank (EZB) sich sperrt.
Inzwischen wird auch über eine Finanzsteuer für alle Banken debattiert. Sie könnte nach Expertenangaben bis zu zehn Milliarden Euro im Jahr einbringen. Die öffentlichen Banken in Deutschland sind aber entschieden gegen eine solche Sonderabgabe.
Merkel hatte zuletzt noch vor zu großen Erwartungen gewarnt. Eine spektakuläre Lösung für die Schuldenprobleme werde es bei dem Gipfel am Donnerstag in Brüssel nicht geben, sagte sie. Die Kanzlerin hatte sich in dieser Frage auch mit US-Präsident Barack Obama abgestimmt. Neben einem zweiten Hilfspaket für das hochverschuldete Griechenland soll es bei dem Krisengipfel auch um langfristige Lösungen für einen stabilen Euro gehen.
Kanzlerin rechnet nicht mit "spektakulären Schritten"
Der Brüsseler Gipfel am Donnerstag soll das zweite Hilfspaket für Griechenland endlich auf den Weg bringen. Teilnehmer sind die Staats- und Regierungschefs der 17 Euro-Länder, EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sowie die neue IWF-Chefin Christine Lagarde. Die Bundeskanzlerin hatte die Erwartungen an das Treffen zuletzt gedämpft: Das Euro-Schulden-Problem sei kaum durch einen "spektakulären Schritt" zu lösen. Vom Euro-Gipfel sei kein "abschließender großer Schritt" zu erwarten.
In ungewöhnlich deutlichen Worten rief EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso die Euro-Länder am Mittwoch zur Geschlossenheit auf. Die Staats- und Regierungschefs müssten Klarheit über die Rettung Griechenlands schaffen - die Lage sei sehr ernst.
Autor: Hajo Felten (rtr, dpa, afpd)
Redaktion: Reinhard Kleber
fuente: http://www.dw-world.de/
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident Nicolas Sarkozy kamen am Mittwoch (20.07.2011) in Berlin zu einem kurzfristig vereinbarten Vorbereitungstreffen zusammen. Zu den Gründen sagte Regierungssprecher Steffen Seibert, "dass es ab einer gewissen Komplexität der Dinge ganz gut ist, wenn man sich nicht am Telefon bespricht, sondern einander gegenübersitzt". Die Bundesregierung sei zuversichtlich, dass es beim Treffen der Staats- und Regierungschefs der Euro-Gruppe in Brüssel eine "gute und weiterführende Lösung" geben werde.
In der Euro-Krise hält Frankreich einen Kompromiss zur Lösung der Probleme Griechenlands für wahrscheinlich. Finanzminister Francois Baroin sagte, zwischen Deutschland und Frankreich herrsche Einvernehmen über "das Ziel, die Methode und einen Zeitplan", der ein beschleunigtes Vorgehen vorsehe. Beide Länder seien auch gegen eine Umverteilung der griechischen Schulden.
Finanzsteuer für alle Banken?
Berlin und Paris waren bis zuletzt uneins über die Frage, wie stark sich die Banken an der Griechenland-Rettung beteiligen sollen. Deutschland beharrt auf einer solchen Beteiligung, wie Regierungssprecher Seibert noch einmal betonte. In Brüssel heißt es, Banken und Versicherungen sollten einen Teil der Last des neuen Pakets tragen und rund 30 Milliarden Euro beisteuern. Vor allem Deutschland, die Niederlande und Finnland pochen darauf. Das Vorhaben ist aber politisch umstritten, da die Europäische Zentralbank (EZB) sich sperrt.
Inzwischen wird auch über eine Finanzsteuer für alle Banken debattiert. Sie könnte nach Expertenangaben bis zu zehn Milliarden Euro im Jahr einbringen. Die öffentlichen Banken in Deutschland sind aber entschieden gegen eine solche Sonderabgabe.
Merkel hatte zuletzt noch vor zu großen Erwartungen gewarnt. Eine spektakuläre Lösung für die Schuldenprobleme werde es bei dem Gipfel am Donnerstag in Brüssel nicht geben, sagte sie. Die Kanzlerin hatte sich in dieser Frage auch mit US-Präsident Barack Obama abgestimmt. Neben einem zweiten Hilfspaket für das hochverschuldete Griechenland soll es bei dem Krisengipfel auch um langfristige Lösungen für einen stabilen Euro gehen.
Kanzlerin rechnet nicht mit "spektakulären Schritten"
Der Brüsseler Gipfel am Donnerstag soll das zweite Hilfspaket für Griechenland endlich auf den Weg bringen. Teilnehmer sind die Staats- und Regierungschefs der 17 Euro-Länder, EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sowie die neue IWF-Chefin Christine Lagarde. Die Bundeskanzlerin hatte die Erwartungen an das Treffen zuletzt gedämpft: Das Euro-Schulden-Problem sei kaum durch einen "spektakulären Schritt" zu lösen. Vom Euro-Gipfel sei kein "abschließender großer Schritt" zu erwarten.
In ungewöhnlich deutlichen Worten rief EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso die Euro-Länder am Mittwoch zur Geschlossenheit auf. Die Staats- und Regierungschefs müssten Klarheit über die Rettung Griechenlands schaffen - die Lage sei sehr ernst.
Autor: Hajo Felten (rtr, dpa, afpd)
Redaktion: Reinhard Kleber
fuente: http://www.dw-world.de/
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