Neuner holt zweites Gold
Magdalena Neuner feiert ihren zweiten Olympiasieg, Simone Hauswald kommt als Dritte ins Ziel. Schlechter lief es für die deutschen Biathlon-Männer: Auch im letzten Einzelrennen blieben sie ohne Edelmetall.
Magdalena Neuner reckte ihre Arme in den blauen Himmel von Whistler, dann stützte sie sich schwer atmend auf ihre Stöcke. Nach Silber und Gold im Verfolgungsrennen sicherte sich die sechsmalige Weltmeisterin mit 5,5 Sekunden Vorsprung vor der Russin Olga Saizewa Gold beim Massenstart. Bronze holte die Deutsche Simone Hauswald. Andrea Henkel wurde Neunte.
"Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, und schwupps habe ich meine zweite Goldmedaille", strahlte die glückliche Doppel-Olympiasiegerin, die es mal wieder allen gezeigt hatte: Trotz eines Fehlers im Liegendschießen und einem weiteren Fehler beim ersten Stehendanschlag. Aber mit einem tadellosen letzten Schießen kämpfte sich Neuner in einer dramatischen Schlussrunde wieder heran und holte sich nach dem fulminanten Lauf das zweite Gold: "Ich habe einfach den Turbo gezündet." Auch Hauswald lief ein eindrucksvolles Rennen, führte zwischenzeitlich, verfehlte beim Stehendschießen aber zwei Scheiben, fiel zurück und verlor auch den Kampf um den zweiten Platz. "Ich habe schon geweint, als ich ins Ziel gekommen bin, ich war so gerührt", gestand Hauswald. "Ich bin so froh - ich habe nicht Silber verloren, sondern Bronze gewonnen." Bei der Siegerehrung strahlten die beiden laufstärksten deutschen Frauen um die Wette. "Die Mädels sind einfach fantastisch", jubelte Bundestrainer Uwe Müssiggang. "So sehen Champions aus."
Schnell gelaufen, schlecht geschossen
Viertes Rennen und wieder keine Medaille: Die deutschen Skijäger haben die olympischen Einzelrennen erstmals seit zwölf Jahren ohne Podestplatz beendet. Mit einer überzeugenden Lauf- und Schieß-Leistung hat sich der Russe Jewgeni Ustjugow die Goldmedaille im Biathlon-Massenstart geholt. Der 24 Jahre alte Olympiavierte über 20 km siegte im 15-km-Massenstartrennen in der Loipe im Whistler Olympic Park mit klarem Vorsprung vor dem Franzosen Martin Fourcade und dem überraschend starken Slowaken Pavol Hurajt. Bester des deutschen Quartetts war Michael Greis als Zehnter mit 35 Sekunden Rückstand.
Dabei hatten die deutschen Skijäger gut begonnen: In der ersten Rennhälfte beeindruckte der junge Arndt Peiffer, der in seinem dritten Massenstartrennen überhaupt bis an die Spitze stürmte. Er führte eine zehnköpfige Spitzengruppe an, zu der auch Michael Greis gehörte. Doch dann kam das dritte Schießen: Greis und Birnbacher schosen je eine „Fahrkarte“ und Peiffer gleich zwei. Mit einer starken Laufleistung kämpft sich Michael Greis zwar wieder an die Spitzengruppe heran, doch offenbar hatte der Bayer in der Loipe überzogen: Im letzten Schießen schoss er sich mit zwei weiteren Fehlern erneut aus dem Rennen.
„Der Sprung aufs Podium war ganz nah“, sagte ein sichtlich gezeichneter Michael Greis nach dem Rennen. „Ich habe mich angestrengt, versucht nicht aufzustecken, aber im letzten Schießen zwei Fehler waren einfach zu viel.“ In der Staffel müssen sich die deutschen Biathleten nun deutlich steigern, um doch noch eine Medaille zu holen.
Friesinger läuft erneut hinterher
Niederländischer Jubel im Richmond Olympic Oval: Ireen Wüst hat sich mit einer schnellen letzten Runde Gold über die 1500 Meter im Eisschnelllauf gesichert. Nur die zweitplatzierte Favoritin Kristina Groves aus Kanada kam annähernd an die Zeit von Wüst heran. Die Bronze-Medaillengewinnerin Martina Sablikova aus Tschechien hatte bereits mehr als eine Sekunde Rückstand. Anni Friesinger-Postma verpasste in ihrem letzten Olympiarennen eine Medaille deutlich: Zwar blieb die Bayerin diesmal von einem Stolperfehler verschont, hatte aber dennoch fast zwei Sekunden Rückstand auf die Siegerzeit. "Es ist schade, das ist nicht, was ich mir gewünschte habe", sagte Friesinger, "mir fehlte einfach die Power." Hinter Friesinger-Postma wurde Daniela Anschütz-Thomas Zehnte.
Schweizer Schmid gewinnt Ski Cross
Hohe Sprünge, waghalsige Manöver, packende Duelle: Skicross ist nicht nur die jüngste, sondern auch die vielleicht spektakulärste olympische Disziplin. Dabei fahren vier Fahrer gleichzeitig über eine mit Sprüngen und Steilkurven gespickte Piste – Ellebogeneinsatz inklusive. Der Star der jungen Sportart, der ehemalige Super-G-Weltmeister Daron Rahlves, beschreibt das Ganze so: "Skicross ist so, als würde man ein Taxi in Höchstgeschwindigkeit durch die überfüllten Straßen New Yorks steuern. Da kann es schon mal richtig krachen.“
Krachen ließ es vor allem der Schweizer Michael Schmid, der sich über das erste Olympiagold im Skicross freuen durfte. Der 25 Jahre alte Bauarbeiter siegte im Finale am Cypress Mountain vor dem Österreicher Andreas Matt und dem Norweger Audun Grönvold. Simon Stickl und Martin Fiala waren im Achtelfinale ausgeschieden. „Ich habe alles riskiert, aber einfach Pech gehabt", sagte Stickl nach dem Rennen. „Aber ich bin stolz, bei Olympia dabeigewesen zu sein".
Bode Miller krönt Karriere mit Gold
Gold war das, was ihm noch fehlte: US-Skistar Bode Miller hat seine herausragende Karriere mit dem noch fehlenden Olympiasieg gekrönt. Der 32-Jährige gewann die olympische Premiere der Super-Kombination. Miller lag nach der Abfahrt noch zurück, fuhr aber das Slalom-Rennen voll auf Angriff und sich so an die Spitze. Der Kroate Ivica Kostelic holte Silber vor dem Schweizer Silvan Zurbriggen, der sich über Bronze freute. Nachdem Miller vor vier Jahren bei den Spielen in Turin leer ausgegangen war, holte er sich nun schon seine dritte Olympia-Medaille in Vancouver. Stephan Keppler aus Ebingen enttäuschte als 20. mit knapp fünf Sekunden Rückstand auf Millar – eine kleine Ewigkeit im alpinen Skisport.
Curlerinnen vor dem Aus
Wenig aussichtsreich ist auch die Situation der deutschen Curling-Frauen. Sie stehen nach einem knappen 5:6 gegen Dänemark nun vor dem Aus in der Vorrunde. Die Auswahl um Skip Andrea Schöpp scheiterte trotz einer Aufholjagd an den Däninnen. Durch die vierte Niederlage in Serie hat das Team aus Riessersee nur noch geringe Chancen auf das Erreichen des Halbfinales. Gegen Japan kommt es nun zum vielleicht entscheidenden Spiel für die deutschen Curlerinnen.
Autoren: Joscha Weber, Olivia Fritz
Redaktion: Joachim Falkenhagen
fuente: http://www.dw-world.de
Magdalena Neuner reckte ihre Arme in den blauen Himmel von Whistler, dann stützte sie sich schwer atmend auf ihre Stöcke. Nach Silber und Gold im Verfolgungsrennen sicherte sich die sechsmalige Weltmeisterin mit 5,5 Sekunden Vorsprung vor der Russin Olga Saizewa Gold beim Massenstart. Bronze holte die Deutsche Simone Hauswald. Andrea Henkel wurde Neunte.
"Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, und schwupps habe ich meine zweite Goldmedaille", strahlte die glückliche Doppel-Olympiasiegerin, die es mal wieder allen gezeigt hatte: Trotz eines Fehlers im Liegendschießen und einem weiteren Fehler beim ersten Stehendanschlag. Aber mit einem tadellosen letzten Schießen kämpfte sich Neuner in einer dramatischen Schlussrunde wieder heran und holte sich nach dem fulminanten Lauf das zweite Gold: "Ich habe einfach den Turbo gezündet." Auch Hauswald lief ein eindrucksvolles Rennen, führte zwischenzeitlich, verfehlte beim Stehendschießen aber zwei Scheiben, fiel zurück und verlor auch den Kampf um den zweiten Platz. "Ich habe schon geweint, als ich ins Ziel gekommen bin, ich war so gerührt", gestand Hauswald. "Ich bin so froh - ich habe nicht Silber verloren, sondern Bronze gewonnen." Bei der Siegerehrung strahlten die beiden laufstärksten deutschen Frauen um die Wette. "Die Mädels sind einfach fantastisch", jubelte Bundestrainer Uwe Müssiggang. "So sehen Champions aus."
Schnell gelaufen, schlecht geschossen
Viertes Rennen und wieder keine Medaille: Die deutschen Skijäger haben die olympischen Einzelrennen erstmals seit zwölf Jahren ohne Podestplatz beendet. Mit einer überzeugenden Lauf- und Schieß-Leistung hat sich der Russe Jewgeni Ustjugow die Goldmedaille im Biathlon-Massenstart geholt. Der 24 Jahre alte Olympiavierte über 20 km siegte im 15-km-Massenstartrennen in der Loipe im Whistler Olympic Park mit klarem Vorsprung vor dem Franzosen Martin Fourcade und dem überraschend starken Slowaken Pavol Hurajt. Bester des deutschen Quartetts war Michael Greis als Zehnter mit 35 Sekunden Rückstand.
Dabei hatten die deutschen Skijäger gut begonnen: In der ersten Rennhälfte beeindruckte der junge Arndt Peiffer, der in seinem dritten Massenstartrennen überhaupt bis an die Spitze stürmte. Er führte eine zehnköpfige Spitzengruppe an, zu der auch Michael Greis gehörte. Doch dann kam das dritte Schießen: Greis und Birnbacher schosen je eine „Fahrkarte“ und Peiffer gleich zwei. Mit einer starken Laufleistung kämpft sich Michael Greis zwar wieder an die Spitzengruppe heran, doch offenbar hatte der Bayer in der Loipe überzogen: Im letzten Schießen schoss er sich mit zwei weiteren Fehlern erneut aus dem Rennen.
„Der Sprung aufs Podium war ganz nah“, sagte ein sichtlich gezeichneter Michael Greis nach dem Rennen. „Ich habe mich angestrengt, versucht nicht aufzustecken, aber im letzten Schießen zwei Fehler waren einfach zu viel.“ In der Staffel müssen sich die deutschen Biathleten nun deutlich steigern, um doch noch eine Medaille zu holen.
Friesinger läuft erneut hinterher
Niederländischer Jubel im Richmond Olympic Oval: Ireen Wüst hat sich mit einer schnellen letzten Runde Gold über die 1500 Meter im Eisschnelllauf gesichert. Nur die zweitplatzierte Favoritin Kristina Groves aus Kanada kam annähernd an die Zeit von Wüst heran. Die Bronze-Medaillengewinnerin Martina Sablikova aus Tschechien hatte bereits mehr als eine Sekunde Rückstand. Anni Friesinger-Postma verpasste in ihrem letzten Olympiarennen eine Medaille deutlich: Zwar blieb die Bayerin diesmal von einem Stolperfehler verschont, hatte aber dennoch fast zwei Sekunden Rückstand auf die Siegerzeit. "Es ist schade, das ist nicht, was ich mir gewünschte habe", sagte Friesinger, "mir fehlte einfach die Power." Hinter Friesinger-Postma wurde Daniela Anschütz-Thomas Zehnte.
Schweizer Schmid gewinnt Ski Cross
Hohe Sprünge, waghalsige Manöver, packende Duelle: Skicross ist nicht nur die jüngste, sondern auch die vielleicht spektakulärste olympische Disziplin. Dabei fahren vier Fahrer gleichzeitig über eine mit Sprüngen und Steilkurven gespickte Piste – Ellebogeneinsatz inklusive. Der Star der jungen Sportart, der ehemalige Super-G-Weltmeister Daron Rahlves, beschreibt das Ganze so: "Skicross ist so, als würde man ein Taxi in Höchstgeschwindigkeit durch die überfüllten Straßen New Yorks steuern. Da kann es schon mal richtig krachen.“
Krachen ließ es vor allem der Schweizer Michael Schmid, der sich über das erste Olympiagold im Skicross freuen durfte. Der 25 Jahre alte Bauarbeiter siegte im Finale am Cypress Mountain vor dem Österreicher Andreas Matt und dem Norweger Audun Grönvold. Simon Stickl und Martin Fiala waren im Achtelfinale ausgeschieden. „Ich habe alles riskiert, aber einfach Pech gehabt", sagte Stickl nach dem Rennen. „Aber ich bin stolz, bei Olympia dabeigewesen zu sein".
Bode Miller krönt Karriere mit Gold
Gold war das, was ihm noch fehlte: US-Skistar Bode Miller hat seine herausragende Karriere mit dem noch fehlenden Olympiasieg gekrönt. Der 32-Jährige gewann die olympische Premiere der Super-Kombination. Miller lag nach der Abfahrt noch zurück, fuhr aber das Slalom-Rennen voll auf Angriff und sich so an die Spitze. Der Kroate Ivica Kostelic holte Silber vor dem Schweizer Silvan Zurbriggen, der sich über Bronze freute. Nachdem Miller vor vier Jahren bei den Spielen in Turin leer ausgegangen war, holte er sich nun schon seine dritte Olympia-Medaille in Vancouver. Stephan Keppler aus Ebingen enttäuschte als 20. mit knapp fünf Sekunden Rückstand auf Millar – eine kleine Ewigkeit im alpinen Skisport.
Curlerinnen vor dem Aus
Wenig aussichtsreich ist auch die Situation der deutschen Curling-Frauen. Sie stehen nach einem knappen 5:6 gegen Dänemark nun vor dem Aus in der Vorrunde. Die Auswahl um Skip Andrea Schöpp scheiterte trotz einer Aufholjagd an den Däninnen. Durch die vierte Niederlage in Serie hat das Team aus Riessersee nur noch geringe Chancen auf das Erreichen des Halbfinales. Gegen Japan kommt es nun zum vielleicht entscheidenden Spiel für die deutschen Curlerinnen.
Autoren: Joscha Weber, Olivia Fritz
Redaktion: Joachim Falkenhagen
fuente: http://www.dw-world.de
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