Pilotenstreik setzt Lufthansa unter Druck
Es geht um Geld, Arbeitsplatzsicherheit und den Einfluss der Lufthansa-Piloten auf die Konzernpolitik: Seit Mitternacht streiken bei Europas größter Fluggesellschaft Lufthansa die Piloten.
Der Pilotenstreik in Deutschland könnte sich zum größten Arbeitskampf auswachsen, den die Lufthansa je gesehen hat. Die Piloten-Vereinigung Cockpit (VC) hat mehr als 4000 Piloten aufgerufen, die Flugzeuge der Lufthansa sowie ihrer Töchter Germanwings und Lufthansa Cargo bis einschließlich Donnerstag am Boden zu lassen.
Zehntausende Passagiere betroffen
Allein bei der Lufthansa werden damit in den kommenden Tagen voraussichtlich etwa 3.200 Flüge ausfallen. Betroffen sein dürften Zehntausende Passagiere. Flüge aus dem Ausland nach Deutschland wollen die Piloten zwar noch absolvieren, dann aber die Maschinen parken. Einige ausländische Airlines wollen größere Flugzeuge einsetzen, um gestrandete Passagiere aufnehmen zu können. Dazu gehören auch Gesellschaften des Lufthansa-Konzerns wie die Swiss und Partner aus dem Netzwerk "Star Alliance" wie die polnische LOT. Der Lufthansa-Konzern stellt sich auf unmittelbare Umsatzeinbußen von 100 Millionen Euro ein und hat Sonderflugpläne aufgelegt.
Etwa ein Drittel ihrer Flüge will die Lufthansa noch anbieten - vor allem mit Hilfe von Piloten, die eigentlich im Management arbeiten. Bei Germanwings sollen rund zwei Drittel der Flüge trotz des Streiks stattfinden - es wurden unter anderem Maschinen und Besatzungen von anderen Gesellschaften angemietet. Vom Streik betroffenen Passagieren bieten Lufthansa und Germanwings kostenlose Stornierungen oder Umbuchungen an. Auf den innerdeutschen Strecken kann auf die Bahn ausgewichen werden.
Knackpunkt des Konflikts
Die in den vergangenen Jahren durch Zukäufe schnell gewachsene Lufthansa will unter anderem Forderungen der Gewerkschaft vom Tisch bekommen, in denen sie eine Ausweitung deutschen Tarifrechts auf das Ausland sieht. Lufthansa-Personalvorstand Stefan Lauer erklärte: "Wir sind bereit, eine Arbeitsplatzgarantie bis Ende 2012 zu geben." Der Konzern könne sich jedoch nicht auf darauf einlassen, deutsches Tarifrecht auch für Unternehmensteile im Ausland durchzusetzen. Die Gewerkschaft befürchtet ihrerseits einen sukzessiven Abbau der hoch bezahlten Lufthansa-Piloten und die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland.
Ein Vermittlungsversuch von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer brachte am Sonntag keine Annährung in dem Tarifkonflikt. Die Lufthansa-Führung erklärte zwar, sie sei zu Gesprächen "ohne Vorbedingungen" bereit. Gleichzeitig verlangte sie aber von den Piloten, ihren "unerfüllbaren und rechtswidrigen Forderungskatalog" fallen zu lassen. Dann könne eine Einigung schnell erfolgen, meinte Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber. Ein Gewerkschaftssprecher erklärte hingegen, man habe den Eindruck, die Lufthansa sei nicht an einem Verhandlungserfolg interessiert.
Ramsauer warnte vor verheerenden Folgen des Streiks. "Es kann nicht sein, dass die größte deutsche Flotte vier Tage lang fast komplett am Boden bleibt." Für die Reisenden sei das eine Zumutung - und für die Luftverkehrswirtschaft ein weiterer schwerer Schlag. "Und obendrein ein Imageverlust für eine der renommiertesten Fluglinien der Welt", fügte der Minister hinzu.
Autor: Christian Walz (dpa, rtr, apn)
Redaktion: Ulrike Quast
fuente: http://www.dw-world.de
Der Pilotenstreik in Deutschland könnte sich zum größten Arbeitskampf auswachsen, den die Lufthansa je gesehen hat. Die Piloten-Vereinigung Cockpit (VC) hat mehr als 4000 Piloten aufgerufen, die Flugzeuge der Lufthansa sowie ihrer Töchter Germanwings und Lufthansa Cargo bis einschließlich Donnerstag am Boden zu lassen.
Zehntausende Passagiere betroffen
Allein bei der Lufthansa werden damit in den kommenden Tagen voraussichtlich etwa 3.200 Flüge ausfallen. Betroffen sein dürften Zehntausende Passagiere. Flüge aus dem Ausland nach Deutschland wollen die Piloten zwar noch absolvieren, dann aber die Maschinen parken. Einige ausländische Airlines wollen größere Flugzeuge einsetzen, um gestrandete Passagiere aufnehmen zu können. Dazu gehören auch Gesellschaften des Lufthansa-Konzerns wie die Swiss und Partner aus dem Netzwerk "Star Alliance" wie die polnische LOT. Der Lufthansa-Konzern stellt sich auf unmittelbare Umsatzeinbußen von 100 Millionen Euro ein und hat Sonderflugpläne aufgelegt.
Etwa ein Drittel ihrer Flüge will die Lufthansa noch anbieten - vor allem mit Hilfe von Piloten, die eigentlich im Management arbeiten. Bei Germanwings sollen rund zwei Drittel der Flüge trotz des Streiks stattfinden - es wurden unter anderem Maschinen und Besatzungen von anderen Gesellschaften angemietet. Vom Streik betroffenen Passagieren bieten Lufthansa und Germanwings kostenlose Stornierungen oder Umbuchungen an. Auf den innerdeutschen Strecken kann auf die Bahn ausgewichen werden.
Knackpunkt des Konflikts
Die in den vergangenen Jahren durch Zukäufe schnell gewachsene Lufthansa will unter anderem Forderungen der Gewerkschaft vom Tisch bekommen, in denen sie eine Ausweitung deutschen Tarifrechts auf das Ausland sieht. Lufthansa-Personalvorstand Stefan Lauer erklärte: "Wir sind bereit, eine Arbeitsplatzgarantie bis Ende 2012 zu geben." Der Konzern könne sich jedoch nicht auf darauf einlassen, deutsches Tarifrecht auch für Unternehmensteile im Ausland durchzusetzen. Die Gewerkschaft befürchtet ihrerseits einen sukzessiven Abbau der hoch bezahlten Lufthansa-Piloten und die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland.
Ein Vermittlungsversuch von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer brachte am Sonntag keine Annährung in dem Tarifkonflikt. Die Lufthansa-Führung erklärte zwar, sie sei zu Gesprächen "ohne Vorbedingungen" bereit. Gleichzeitig verlangte sie aber von den Piloten, ihren "unerfüllbaren und rechtswidrigen Forderungskatalog" fallen zu lassen. Dann könne eine Einigung schnell erfolgen, meinte Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber. Ein Gewerkschaftssprecher erklärte hingegen, man habe den Eindruck, die Lufthansa sei nicht an einem Verhandlungserfolg interessiert.
Ramsauer warnte vor verheerenden Folgen des Streiks. "Es kann nicht sein, dass die größte deutsche Flotte vier Tage lang fast komplett am Boden bleibt." Für die Reisenden sei das eine Zumutung - und für die Luftverkehrswirtschaft ein weiterer schwerer Schlag. "Und obendrein ein Imageverlust für eine der renommiertesten Fluglinien der Welt", fügte der Minister hinzu.
Autor: Christian Walz (dpa, rtr, apn)
Redaktion: Ulrike Quast
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